Zur Edition


Die kritische Ausgabe eines Werkes von Jacques Offenbach zu veröffentlichen, ist heute kein einfaches Vorhaben. Aufgrund des beklagenswerten Umgangs mit Offenbachs Erbe sind die Autographe seiner Werke heute in alle Winde verstreut. Zahlreiches originales Orchestermaterial aus den Archiven der französischen Verleger ist unwiederbringlich zerstört oder durch Nachlässigkeit verloren gegangen. Allerdings stellt das Autograph nicht die einzige Referenzquelle dar. Das originale Orchestermaterial, die Abschriften der Partituren sowie das gesamte im vergangenen Jahrhundert gedruckte Material (Klavierauszüge, Textbücher, separate Arien-Ausgaben usw.) sind für eine in sich geschlossene Ausgabe unerläßlich. Denn für Offenbach als gewieften Bühnenmenschen war ein Werk beständig in Entwicklung begriffen und wurde von ihm den jeweiligen neuen Aufführungsanforderungen angepaßt. Einige Werke erfuhren zwischen ihrer Uraufführung in Paris und ihrer Premiere in Wien wichtige Veränderungen (erweiterte Orchestrierung, abweichende Nummern, veränderte Dramaturgie etc.). Andere Werke wurden in Frankreich zu Lebzeiten Offenbachs beträchtlich modifiziert. Diese verschiedenen Versionen werden vollständig und ungekürzt veröffentlicht, um dem Publikum die größtmögliche Auswahl zu bieten. (Hinzukomponierte Nummern erscheinen im Anhang jedes Bandes, die Wiener Fassungen mit ihrer eigenen Instrumentation werden separat als Leihmaterial herausgegeben.) Die Publikation der großen Werke des Repertoires wird mit weniger bekannten lyrischen Werken abwechseln, zusätzlich erscheinen drei Bände mit symphonischen Werken. Es erscheinen 2–3 Bände pro Jahr, Format 23 x 31 cm, Leineneinband mit Schutzumschlag. Die Partituren werden mit dem originalen Libretto vorgelegt.