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Music Text
Scoring

4(III,IV=picc).1.4(III=Ebcl,IV=bcl).1-3(I-III=Wagner.tubas).3(III=btpt).3.1-perc(6):timp/crot/bar.chimes/SD/3BD/cyms/susp.cym/5gongs/2wind.gongs/2tam-t/2 sets t-bells/bell.plate/glsp/vib/marimba-pft-synth-str(16.14.12.10.8)

Tech Requirements

This work requires additional technological components and/or amplification, for more information please contact hire@sikorski.de

Abbreviations (PDF)

Publisher

Sikorski

Availability

Uraufführung
9/7/2000
Stuttgart
Mariinsky Theatre Orchestra / Valery Gergiev
Programme Note

Sofia Gubaidulinas großes Oratorium nach Texten des Evangelisten Johannes besteht aus den Teilen „Johannes-Passion“ und „Johannes-Ostern“.
Die 90-minütige „Johannes-Passion“ schrieb die Komponistin zunächst für das Jahr 2000 anlässlich des 250. Geburtstages Johann Sebastian Bachs im Auftrag der Bachakademie Stuttgart. Die besondere musikhistorische Bedeutung des Werkes liegt darin, dass dies die erste russische Passionsvertonung überhaupt ist. Einen Kontrast zu den dunklen Ereignissen der Passion bildet das ein Jahr später im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks komponierte, knapp einstündige Osteroratorium nach Johannes, das den Auferstehungs- und Erlösungsgedanken thematisiert und in helleren, lyrischeren Tönen gehalten ist. Damit vollendet sich Gubaidulinas Johannes-Zyklus, den sie stets als ihr ‚opus summum’ bezeichnet. Die Uraufführung des kompletten Zyklus fand am 16. März 2002 in der Hamburger St.-Michaelis-Kirche unter der Leitung von Valery Gergiev statt.
Der theologische Kunstgriff, der diese Passions- und Ostervertonung letztlich sowohl inhaltlich als auch musikalisch so einzigartig macht, ist die Gegenüberstellung von Texten des Johannes-Evangeliums mit von der Komponistin ausgewählten Passagen aus der Geheimen Offenbarung des Johannes. Diese Zuschaltung der himmlischen Vision verleiht der Passionserzählung eine ungeheure heilsgeschichtliche Tiefendimension. Damit ist das Erlösungsgeschehen bereits in der Offenbarung vorgezeichnet und in einen ewigen Zusammenhang eingebettet. Gubaidulina verschränkt beide Ebenen derart miteinander, dass die apokalyptischen Ereignisse im Himmel wie eine Reaktion auf die Leidensgeschichte Jesu wirken. Das zeitliche Geschehen des Evangeliums bildet somit eine horizontale Achse, während die außerhalb unserer irdischen Welt befindliche himmlische Offenbarung eine vertikale Achse bildet. Auf diese Weise verbindet Sofia Gubaidulina hier äußerst sinnfällig die Erde mit dem Himmel, was für die Komponistin wiederum symbolisch in der Form des Kreuzes zum Ausdruck kommt.
Schon von Anfang an plante Gubaidulina, ihre „Johannes-Passion“ mit der Auferstehung Jesu und der Johannes-Vision von einem neuen Himmel und einer neuen Erde enden zu lassen. Als die Passionskomposition jedoch immer größere Ausmaße annahm, entschloss sie sich, dem Auferstehungsthema ein eigenständiges Osteroratorium zu widmen, das aus ihrer Sicht im Anschluss an die Passion aufzuführen ist. Denn nach ihrer Überzeugung findet erst in der Auferstehung die Erlösung des Menschen von seiner Schuldhaftigkeit statt, mit der die Passionskomposition endet. Somit ist „Johannes-Ostern“ für Gubaidulina die notwendige heilsgeschichtliche Vollendung des Passionsgeschehens. (Hans-Ulrich Duffek)

Subjects
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Genady Bezzubenkov/Fedor Mozhaev/Viktor Lutsiuk/
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